Wie wird Parodontistis behandelt?

Da die Ursache einer Parodontitis in der Überreaktion des Immunsystems liegt, kann man heutzutage nur über eine Bekämpfung der Symptome sprechen. Eine Parodontitis ist also nicht komplett heilbar, jedoch kann sie stark abgeschwächt und der Knochenabbau auf ein natürliches Maß reduziert werden. Ziel der Therapie ist eine dauerhafte Entfernung der Entzündung. Eine Erstbehandlung umfasst mehrere Sitzungstermine. Nach der Feststellung einer Parodontitis erfolgt zunächst eine professionelle Zahnreinigung. Hier werden alle Beläge und Verfärbungen oberhalb des Zahnfleisches entfernt und der Patient wird über Mundhygienemaßnahmen aufgeklärt. Eine perfekte Mundhygiene ist der Grundstein für eine erfolgreiche Behandlung.

Der nächste Termin umfasst die eingehende Diagnostik durch den Zahnarzt. Es werden Röntgenbilder gemacht, die Zahnfleischtaschen gemessen und die Lockerung der einzelnen Zähne erfasst. In einigen Fällen ist es zusätzlich angezeigt, einen bakteriellen Abstrich zu machen, um die Art der Bakterien zu bestimmen.

Ist die Diagnostik abgeschlossen, erfolgt in einem weiteren Termin die Reinigung der Zahnwuzeloberflächen unter dem Zahnfleisch. Dies geschieht mittels Einsatz von Ultraschall und Handinstrumenten. Zusätzlich wird mit antibakterieller Spüllösung gearbeitet.

Um dauerhaft für Entzündungsfreiheit zu sorgen, ist es wichtig, das der Patient regelmäßig (zwischen 1 und 4 mal pro Jahr) zum Reinigen der Zähne und der Zahnfleischtaschen erscheint. Auf Wunsch ist es möglich, durch unserer Praxis eine regelmäßige Terminerinnerung zu erhalten.

Werden im Rahmen einer Bakterienbestimmung sehr aggressive Keime festgestellt, so ist eine zusätzliche Antibiotikatherapie, welche speziell auf diese Keime abgestimmt wird, anzuraten.

Zur Desinfektion kann ein Diodenlaser eingesetzt werden, durch dessen antibakterielle Wirkung in vielen Fällen auf eine Anitbiotikagabe verzichtet werden kann.

Ein chirurgischer Eingriff ist in einigen Fällen als Therapieergänzung indiziert. Durch mikrochirurgische Techniken ist es heutzutage möglich, verlorengegangenes Gewebe (Zahnfleisch, Knochen und Zahnhalteapparat) wieder herzustellen. So können in bestimmten Fällen tiefe Tascheneinbrüche wieder mit Knochen aufgebaut (regenerative Parodontalchirurgie) und freiliegende Zahnhälse mit Zahnfleisch bedeckt werden (plastische  Parodontalchirurgie, Rezessionsdeckung).

Die Basis für einen erfolgreichen chirurgischen Eingriff ist immer das entzündungsfreie, perfekt gepflegte Gebiss.